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Fachtreffen Therapeutisches Klettern & Bouldern 2025
Ende Juni 2025 trafen sich annähernd 100 Teilnehmer*innen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Norwegen und Kanada in der DAV-Halle in Erlangen zum interdisziplinären Fachtreffen rund um Forschung und Anwendung zum Therapeutischen Klettern und Bouldern. Es fanden Vorträge und Workshops statt, bei denen der Austausch und die Vernetzung im Vordergrund standen. Außerdem wurde der neue Fachverband FAKT! gegründet, der künftig die Expertise in diesen Bereichen bündeln und weitertragen soll.
Mit Therapeutischem Bouldern zu mehr Stärke
Therapeutisches Bouldern kann hilfreich bei Menschen mit psychischen Belastungen sein. Es nutzt die Boulderwand um persönliche Herausforderungen sichtbar und erlebbar zu machen. Durch die Arbeit an der Wand können Ängste reduziert, das Selbstvertrauen aufgebaut und neue Handlungsstrategien für den Alltag entwickelt werden.
- Erfolgserlebnisse die unmittelbar die eigene Selbstwirksamkeit erlebbar machen
- Stressabbau, Umgang mit Druck und schwierigen Gefühlen
- Fokussierung auf das Hier und Jetzt, grübeln wird unmöglich
- Stärkung des Selbstvertrauens und der eigenen Handlungsmöglichkeiten


Gespräch - Bewegung - Reflexion
Hintergrundinformation zum Konzept
Therapeutisches Bouldern
Was ist Bouldern?
Bouldern bedeutet klettern in Absprunghöhe ohne Sicherung. In Indoor-Hallen sind Boulderwände zwischen drei und vier Meter hoch. Die Hallen sind mit Weichbodenmatten ausgelegt, farbige Klettergriffe markieren definierte Boulderrouten in bestimmten Schwierigkeitsgraden. Daneben gibt es oft Kinderbereiche, Wände die mit bunten Griffen gespickt sind und dazu einladen selbst Boulder zu definieren. Bouldern fördert Kraft und Ausdauer, man ist in Bewegung und lernt ganz neue Körperhaltungen - das ist auch ein wesentlicher Unterschied zum Seilklettern. Beim Bouldern bewegt man sich in alle Richtungen, nicht nur nach oben, man bezieht nahezu alle Muskelpartien des Körpers in die Bewegungsabläufe mit ein.
Was ist dann Therapeutisches Bouldern?
Gemeint ist (psycho-)therapeutisches Bouldern, da die Wechselwirkung zwischen Körper und Seele in Augenschein genommen wird. Während des Boulderns können Emotionen aufkommen, diese nehmen wir bewusst wahr und besprechen diese in der Reflexion. Das kann Freude, Aufregung oder Stolz sein, aber auch Wut, Enttäuschung und Angst. Emotionen, die man aus seinem Leben gut kennt. Wir lernen während der Bouldersessions, damit umzugehene, es können neue Blickwinkel und Lösungsansätze gefunden werden. Durch die gezielte An- und Entspannung des Körpers, achtsamen Übungen und eine verbesserte Selbstwahrnehmung, hilft Bouldern auch dabei das Nervensystem zu regulieren und den Stresslevel zu senken. Um an meinen Angeboten teilzunehmen benötigt man keine sportlichen Vorkenntnisse.
Eine Studie der Uniklinik Erlangen hat sogar herausgefunden, dass Menschen mit depressiven Symptomen schnell und langfristig von der Bouldertherapie messbar profitiert haben.
Hier findet ihr Medienbeiträge zu diesem neuen Konzept!
An wen richtet sich Therapeutisches Bouldern & Coaching?
Du machst aktuell eine Psychotherapie oder kommst aus einer Reha-Maßnahme? Du steckst in einem Veränderungsprozess oder in einer Sackgasse und möchtest etwas ändern? Dann kann Therapeutisches Bouldern dich darin unterstützen in Kontakt mit dir selbst zu kommen. Die Kombination aus Boulderübungen, Reflexion und Coachinggespräch gibt Impulse für deinen Alltag und dein Leben.
Menschen, die die eigenen Grenzen besser spüren wollen und den Umgang mit Ängsten und anderen schwierigen Emotionen verändern wollen, können von diesem Ansatz profitieren. Therapeutisches Bouldern bewirkt
- Stressreduktion durch bewusstes Anspannen und Entspannen
- Fokussierung auf das Hier und Jetzt - Grübeln geht nicht
- Stärkung des Selbstvertrauens und der inneren Balance
Anders wie bei Coaching im herkömmlichen Setting, kommt hier jeder unwillkürlich mit dem eigenen Körper in Kontakt, der Prozess läuft nicht mehr "nur" über den Kopf.
Kinder und Jugendliche mit der Diagnose ADHS oder Autismus-Spektrum-Störung (ASS) können stark vom Bouldern profitieren. Mehr dazu unter dem Reiter Angebote - Neurodivergenz.
Sollte man mit psychiatrischer Diagnose Therapeutisches Bouldern ausprobieren?
Bei diagnostizierten psychiatrischen Erkrankungen kann Therapeutisches Bouldern hilfreich sein. Zum Beispiel bei einer depressiven Episode, um die Stimmung zu verbessern und in Bewegung und Kontakt mit sich zu kommen. Das kann durchaus als Begleitmaßnahme während einer bestehenden Psychotherapie geschehen. Man sollte sich vorab mit dem behandelnden Psychotherapeuten abstimmen. Bei anderen psychiatrischen Diagnosen, gibt es bisher keine Wirknachweise für Therapeutisches Bouldern. Bitte nehmen Sie bei diagnostizierten psychiatrischen Erkrankungen Kontakt mit mir auf.
Für welche Themen bietet sich Therapeutisches Bouldern besonders an?
- Angst, Grenzen & Komfortzone
- Vertrauen in die eigene Kraft, Selbstvertrauen
- Innere Stabilität
- Eigene Ziele, sind sie realistisch?
Kann man auch alleine Bouldern gehen?
Ja! Bouldern macht den allermeisten Menschen großen Spaß, die es einmal ausprobiert haben, man kann alleine in eine Halle gehen oder sich einer Gruppe anschließen.
Kletter- und Boulderkurse sowie Gruppen gibt es hier:
- Deutscher Alpenverein (DAV), Sektion Tübingen
- B12 DAV-Boulderzentrum, Tübingen
- Felsland, Tübingen
- Boulderhaus, Reutlingen
- DAV-Kletterzentrum, Reutlingen
Links:
- Binwegbouldern, der Podcast über unterschiedlichste Einsatzbereiche des Bouldersports
- Nicole Mtawa und der Verein Human Dreams e.V. mit Kinderprojekten in Afrika und Indien
- Die Psychotherapie Akademie in Reutlingen



